Die LG Stadtwerke München e.V. betreut über 1.000 Kinder und Jugendliche sowie 2.000 erwachsene Sportler*innen in zehn Münchner Vereinen. Mit 65 Deutschen Meisterschaftsmedaillen (2024), 24 Bundeskaderathletinnen und Platz 2 im Vereinsranking des Deutschen Leichtathletik-Verbands zählt sie zu den erfolgreichsten Leichtathletikgemeinschaften Deutschlands.
Angesichts aktueller Entwicklungen warnt die LG SWM davor, Münchens gewachsene Nachwuchs- und Leistungssportstrukturen durch kurzfristige Projekte zu gefährden – und fordert klare, langfristige Rahmenbedingungen für die Zukunft der Sportstadt München.
Langjährige Talentschmiede für München
Seit Jahrzehnten bildet die LG Stadtwerke München das sportliche Rückgrat der Münchner Leichtathletik. Getragen von mehr als 50 qualifizierten Trainer*innen entwickeln die zehn Mitgliedsvereine Talente vom Grundschulalter bis zur nationalen Spitze – und das im gesamten Stadtgebiet. Für den Leistungssport stehen mit der Werner-von-Linde-Halle im Olympiapark sowie dem städtischen Stadion an der Dantestraße zwei zentrale Trainingsstandorte zur Verfügung.
Julia Riedl, Geschäftsführerin der LG SWM, betont: „Die Stadtwerke München ermöglichen mit ihrer Unterstützung eine Breite und Qualität, die einzigartig ist. Unsere Strukturen sind über viele Jahre gewachsen – ohne diese Partnerschaft wäre das nicht möglich. Damit wir diese Talentschmiede langfristig sichern können, braucht es eine verlässliche, langfristige Planungsgrundlage für Trainer und Athleten.“
Nachhaltige Talententwicklung durch Kontinuität – Beispiele aus München
Ein herausragendes Beispiel ist Christina Hering: Ihre Leichtathletiklaufbahn begann beim LG-Mitgliedsverein Post SV München. Heute ist sie zehnfache Deutsche Meisterin über 800 Meter, zweifache Olympiateilnehmerin und EM-Finalistin. Ihr Werdegang zeigt, wie wichtig es ist, Athlet*innen über viele Jahre hinweg zu begleiten.
Ein weiteres Beispiel ist Clara Hegemann, die seit einigen Jahren bei Trainer Andreas Bücheler trainiert, das Gymnasium München Nord – Eliteschule des Sports – besucht und 2024 Gold bei der U18-Europameisterschaft gewann. Sie steht stellvertretend für Münchens erfolgreiche, systematische Nachwuchsarbeit.
Julia Riedl: „Spitzensport entsteht nicht über Nacht. Unsere Arbeit beginnt im Kindesalter und braucht stabile Rahmenbedingungen über viele Jahre hinweg. München darf diesen Unterbau nicht riskieren.“
Athletenwechsel sorgen für Bewegung – langfristige Systeme bleiben entscheidend.
Zum Jahreswechsel wechseln mehrere Leistungsträger*innen zur neu gegründeten Munich Athletics e.V. Viele von ihnen wurden über Jahre hinweg in der LG SWM ausgebildet und gefördert.
Jacob Minah, Präsident der LG SWM, ordnet ein: „Bewegung gehört zum Leistungssport. Wir sind stolz auf jede Athletin und jeden Athleten, die ihren Weg gehen. Sorgen bereitet uns jedoch ein Trend, bei dem neue Projekte fast ausschließlich fertige Spitzenathleten rekrutieren, ohne selbst in Nachwuchsarbeit zu investieren. Das schafft kurzfristige Schlagzeilen – aber keine Zukunft. Die LG SWM steht klar für langfristige, nachhaltige Förderung.“
Breite Verankerung: Über 20 Veranstaltungen pro Jahr
Gemeinsam mit ihren Mitgliedsvereinen richtet die LG SWM jährlich über 20 Wettkämpfe und Laufveranstaltungen aus – und bietet damit Angebote für alle Alters- und Leistungsstufen, von der U8 bis zu den Masters, von Breitensport bis Leistungsspitze. Dazu zählen das traditionsreiche Munich Indoor in der Werner-von-Linde-Halle, das Ludwig-Jall-Sportfest im Dantestadion, der Silvesterlauf im Olympiapark sowie der neue Münchner Kindl Cup, der bereits bei seiner Premiere mehrere hundert Kinder begeistert hat.
Diese Events stärken nicht nur Münchens Sportkultur, sondern bieten jungen Talenten erste Wettkampferfahrungen und schaffen feste Verbindungen zwischen Breite und Spitze innerhalb der Münchner Leichtathletik.
Olympia 2040/44: Zukunft braucht Systeme, keine Schnelllösungen
Mit Blick auf eine mögliche Münchner Olympia-Bewerbung betont die LG SWM, wie essenziell nachhaltige Strukturen sind: Jacob Minah: „Die Athletinnen und Athleten, die München 2040 oder 2044 vertreten könnten, trainieren heute in unseren Kindergruppen. Das ist eine Generationenaufgabe – und sie darf nicht durch kurzfristige Maßnahmen gefährdet werden.“
München Marathon: Verpasste Chance – aber klare Bereitschaft für neue Bewerbung
Die Bewerbung der LG SWM für den München Marathon 2025/2026 scheiterte an formalen Kriterien. Die Erlöse sollten gezielt in Münchens Nachwuchs- und Leistungsstrukturen reinvestiert werden.
Jacob Minah: „Der Marathon hätte ein echtes Leuchtturmprojekt für München werden können. Wir wollten ein Event schaffen, das sportlich wie finanziell der Stadt zugutekommt. Wir werden eine erneute Bewerbung prüfen – diesmal in der Hoffnung, dass Stadt und Partner ein gemeinsames, nachhaltiges Zukunftsprojekt ermöglichen.“
Appell an Stadt, Politik und Verbände: Gemeinsame strategische Weiterentwicklung der Münchner Leichtathletik
Die LG SWM spricht sich für eine strukturierte Abstimmung zur Zukunft der Leichtathletik in München aus. Ziel ist es, zentrale Themen wie Nachwuchsförderung, Trainingskapazitäten und langfristige Rahmenbedingungen verlässlich zu sichern – unabhängig von einzelnen Projekten oder Vereinskonstellationen.
Julia Riedl: „Uns geht es nicht um Personen oder einzelne Initiativen, sondern um die Zukunft der Münchner Leichtathletik insgesamt. Damit Kinder und Jugendliche langfristig stabile Perspektiven haben, braucht es klare, verlässliche Rahmenbedingungen und eine abgestimmte sportpolitische Strategie.“